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Sand, Fast-Food und Achterbahnen…….

Sand, Fast-Food und Achterbahnen…….

……ein Bericht über die Erlebnisse bei der U21 Beach-Volleyball-WM von Chantal Laboureur.

Der Trip nach England wird mir noch lange im Gedächtnis bleiben, so viel ist sicher.

Chanti in EnglandMitte September stand für mich das letzte Turnier dieser Beachsaison auf dem Plan. Dabei war es nicht gerade das Unwichtigste: die U 21 WM vom 16.-20.09.2009 in Blackpool (England). Meine Partnerin für dieses Turnier war Katharina Culav aus Hamburg. Kurz dazu eine Geschichte: Nachdem ich mich Mitte August am Knie verletzte, war es bis zwei Wochen vor Beginn der Meisterschaft noch unklar, ob ich diese spielen konnte. Ein weiteres Fragezeichen war bis dahin auch, wer, wenn ich fit werden würde, meine Partnerin für diesen Wettkampf sein sollte. Nach der schweren Knieverletzung von Kira entschied sich unser Bundestrainer Elmar erst nach Timmendorf, also Anfang September, dass ich mit Katharina Culav diese WM spielen sollte. Katharina wurde also aus ihrer wohlverdienten Regenerationspause „gerissen“ und saß nur zwei Tage später im Zug zum Abschlusslehrgang nach Berlin.


Nach ein paar Tagen Training ging es für sie vorerst wieder zurück nach Hamburg, für mich jedoch schon eine Woche vor der WM nach Blackpool, um dort mit Schilli das CEV-Turnier zu spielen. Die Verletzungspause hinter mich gebracht, schöpfte die geschaffte Quali und zwei gute Spiele im Hauptfeld noch einmal Selbstvertrauen für die WM.

Schilli und ich schauten uns nach unserem Ausscheiden am Donnerstag noch die restlichen Spiele des Turniers an, hatten aber nebenbei genug Zeit die anderen Facetten Blackpools kennenzulernen.
Ein Phänomen waren die zahlreichen Fish-and-Chips-Stände und andere fast-food Ketten, die ein sportlergerechtes Mittagessen nahezu unmöglich machten. Zum Glück begleiteten uns unsere Guids Stefan Köhler und Nils Rohde, die sich schon etwas in Blackpool auskannten, weil sie schon im Vorjahr am CEV-Turnier teilnahmen. Von den Courts musste man gute 25 Minuten laufen, um endlich normale Einkaufsläden, einen Italiener oder Chinesen zu finden.

NachtSchon seit Beginn meines zweiwöchigen Aufenthaltes in Blackpool wurde ich von den Eindrücken dieser Stadt überflutet. Es fing mit den engen Hotelzimmern an, in denen nicht wirklich viel Bewegungsfreiheit gegeben war. Um zu den Courts zu kommen mussten wir mit der Tram fahren, die uns auch des Öfteren vor der Nase wegfuhr, weil entweder alle SITZplätze belegt waren (und somit die Tram für blackpoolsche Verhältnisse voll war) oder wir vergessen hatten die Hand auszustrecken, um dem Fahrer somit das Zeichen zum Stehenbleiben zu geben. Während der Fahrt hatte man genug Zeit, um sich das „Drumherum“ dieser Stadt anzuschauen. Was man zu sehen bekam, war einfach nur kitschig und glich einem Rummel, der vor allem am Wochenende zahlreiche Touristen aus England anlockte. Die Straßen waren verziert mit blinkenden Leuchtfiguren, am Straßenrand fand man etliche Spielhöllen, Stände, die Süßigkeiten oder blinkende Hasenohren verkauften, ebenso wie ein Riesenrad, andere „Kotzschleudern“ und natürlich eine riesige Achterbahn.

TDie Ausrichter des CEV-Turniers machten es allen Teilnehmern möglich eine Stunde im sogenannten „Pleasure Beach“ so oft man will diese zu fahren. Das ließen wir uns natürlich nicht entgehen. Wir hatten sehr viel Spaß und am höchsten Punkt der Achterbahn bot sich etwa eine Sekunde lang ein super schöner Ausblick über Blackpool und das Meer bei Sonnenuntergang.


Nun aber zur WM…
Am Samstag, 12.09.2009, dann der Partnerwechsel: Katharina Schillerwein flog zurück nach Hamburg, dafür kam Katharina Culav aus Hamburg an, sodass wir beide (mit Hilfe des deutschen Trainergespanns) die letzten Tage vor der WM trainieren konnten und uns somit bestmöglich auf diese vorzubereiteten. Sonntag, Montag und Dienstag waren reine Trainingstage mit Teams aus Australien, Slowakei, Kanada und der Schweiz.
Mittwoch Mittag wurde es schließlich ernst.S

Katharina und ich waren das zweite Deutsche Frauenteam und mussten somit erst die Quali spielen. Diese konnten wir nach holprigem Beginn 2:1 gegen Schweden gewinnen.
Am nächsten Morgen begann die Gruppenphase. Die Auslosung am Vorabend bescherte uns glückliche Gegner, da wir gegen zwei Teams schon im Training gespielt hatten und somit wussten welche Taktik wir anwenden sollten. Alles lief nach Plan, das erste und einzige Spiel für uns an diesem Tag gegen die Schweiz gewannen wir souverän 2:0. Auch am Freitag konnten wir an die Siege und Leistung der letzten beiden Tage anknüpfen und siegten 2:0 gegen Australien und 2:1 gegen Mexiko. Für die letzte Auslosung des Turniers starteten wir also als Gruppenerster mit einer sehr guten Ausgangsposition. Doch dieses Mal was das Glück nicht ganz auf unserer Seite. Der nächste Gegner sollten die Brasilianerinnen sein, die in ihrer Gruppe zwei Mal nur sehr knapp (beide Male 2:1) gegen unser anderes deutsches Team Bieneck/Steinhauff und die späteren Weltmeisterinnen aus Polen verloren und somit „nur“ Gruppendritter wurden.


An dieser Situation konnten Katharina und ich eh nichts ändern, also entwickelten wir große Motivation und Ehrgeiz gegen dieses Team zu gewinnen. Samstag früh startete das Spiel und blieb den ganzen ersten Satz sehr ausgeglichen. Die komplette deutsche Delegation (Marikas und meine Eltern, Trainer, Physio, beide Männerteams und das andere deutsche Frauenteam) feuerten uns an. Doch obwohl wir beide gut spielten, schafften wir es in einigen Situationen nicht den entscheidenden Punkt zu machen und verloren den ersten Satz 25:23. Der zweite war ähnlich ausgeglichen und für die außenstehenden (Eltern) nervenaufreibend. Nach 42 gespielten Minuten gewannen die Brasilianerinnen, denn auch den zweiten Satz konnten sie knapp (21:19) für sich entscheiden.1

Somit waren wir aus der WM mit Platz 9 ausgeschieden. Für die nächste halbe Stunde brauchte ich erst einmal ein bisschen Abstand, um meine Wut und Enttäuschung abzulassen. Ein kleiner Trost bleibt mir, denn ich habe noch nächstes Jahr die Chance die U 21 WM zu spielen und ein besseres Ergebnis zu erreichen.

Viel Zeit zum „Trauern“ blieb nicht, denn kurz danach spielten Tori und Marika auf dem Center Court (erneut gegen die Polinnen) und wir alle wollten auch sie anfeuern. Leide verloren sie auch sehr sehr ärgerlich 2:1 und wurden somit 5.


Am Ende des Tages schafften Malte Stiel und Armin Dollinger den Einzug ins Halbfinale. Wir anderen waren alle ausgeschieden. Während also unsere beiden Jungs im Hotel in ihren Betten lagen, beschlossen Tori, Marika, Lars, Stefan, Katharina und ich auf die Playersparty zu gehen, bei der wir auf die anderen ausgeschiedenen Teams trafen und noch einen schönen Abend mit diesen verbringen konnten.
Am nächsten Morgen fanden sich alle Punkt 11 Uhr wieder am Center Court ein, um Armin unfd Malte (oder Malte und Armin, kleiner Insider für die, die bei der WM dabei waren :-) ) ins Finale zu schreien. Unsere Anfeuerungsrufe halfen leider nichts. Und auch im Spiel um Platz 3 mussten sie sich den Russen in 2:1 Sätzen geschlagen geben. Mit einem gemeinsamen Abendessen und der Party kurz darauf ließen wir den Tag in Blackpool ausklingen.


Eines konnten wir uns aber nicht entgehen lassen: am letzten Morgen in England bestellten wir zum ersten (und wahrscheinlich letzten Mal!!) das English Breakfast. Keiner von uns schaffte es den ganzen Teller mit Ei, Bohnen, Würstchen Pilze, eine Art Kartoffelkrokette und Bacon aufzuessen. Am Flughafen endete die gemeinsame Reise und auch die Beachsaison 2009.
Nach einigen Tagen zu Hause spiele ich nun den Winter über beim SC Potsdam in der 1.Bundesliga und habe somit den Übergang zum festen Hallenboden unter den Füßen problemlos überstanden.

Bis nächsten Sommer…man sieht sich!
Chantal